Bayern-Ehrenpräsident

Hoeneß zu Klopp: Man darf nicht glauben, dass er Messias ist

Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß ist guter Dinge, dass Jürgen Klopp als Bundestrainer vieles besser machen wird. Er warnt aber vor zu hohen Erwartungen - und hält eine Personalie für ein Problem.

Sehr guter Trainer, aber kein Messias: Uli Hoeneß warnt mit biblischen Vergleichen vor zu hohen Erwartungen an den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. «Ich persönlich halte Jürgen Klopp für einen sehr guten Trainer, wirklich einen sehr guten Trainer. Aber ich bin kein großer Freund der Heldenverehrung», sagte Bayern Münchens Ehrenpräsident im Interview mit RTL/Sky. «Er kriegt jetzt schon so einen Status, als wenn er über Wasser gehen kann. Er kann auch nicht per Handauflegen alles verändern.»

Klopp werde, wie man ihn kennt, sehr hart arbeiten und auch vieles anders machen, es werde auch vieles besser werden, prognostizierte Hoeneß. «Aber man muss ihm Zeit geben und man darf vor allem nicht glauben, dass er der Messias ist.»

Kritik an DFB-Rolle von Klopp-Berater Kosicke

Eine Personalie beim Neuaufbau sieht der 74-Jährige aber kritisch: «Was mir in der Geschichte nicht gefällt, ist, dass sein Berater Marc Kosicke mit eingekauft wurde.» Er wisse nicht genau, was Kosicke da machen soll, sagte Hoeneß. «Der hat eine Spieleragentur und die hat er als Geschäftsführer. Die Anteile auch. Das halte ich für ein Problem. Mir kommt die ganze Geschichte vor wie ein "friendly takeover". Klopp und Co. haben den DFB übernommen und das halte ich für falsch.»

Klopps langjähriger Berater Kosicke war vom neuen Bundestrainer als eine Art Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation vorgestellt worden und saß bei der Vorstellungspressekonferenz in Frankfurt in der ersten Reihe. In der DFB-Mitteilung zu Klopp tauchte der Name Kosicke und dessen Funktion aber nicht auf. DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte, dass Kosicke ein «externer Mitarbeiter» sein werde, der freilich «jeden Zugang im Verband» erhalten werde. Neuendorf bezeichnete Kosicke als «wichtige Schnittstelle» und bekannte: «Es war ganz klar, dass die beiden so eng miteinander verwoben sind, dass sie nur im Paket zu haben sind.»