Frauenfußball

DFB: Frauen-Bundesliga wird «mittelfristig» aufgestockt

Der Deutsche Fußball-Bund reagiert auf die Unzufriedenheit der Frauen-Bundesligisten. Beim Wachstumsplan gebe es Uneinigkeit über das Tempo der Umsetzung.

Der Deutsche Fußball-Bund plant «mittelfristig» eine Aufstockung der Frauen-Bundesliga. DFB-Geschäftsführer Holger Blask sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Seit Monaten arbeitet ein DFB-Projektteam an einem Wachstums- und Professionalisierungsplan für die Frauen-Fußball-Bundesliga. Dabei wurden verschiedene Bereiche und Maßnahmen identifiziert, in die dringend investiert werden muss, um international nicht abgehängt zu werden und die Strukturen weiter zu professionalisieren.»

Der Wachstumsplan sei den Vereinen im Dezember vorgelegt und diskutiert worden. «Innerhalb der Liga besteht zurzeit Uneinigkeit über das Tempo der Umsetzung», räumte der DFB ein. Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann hatte sich im Interview der «Frankfurter Rundschau» unzufrieden über die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland, der im Viertelfinale der Champions League auch mit keinem Club mehr vertreten ist, geäußert. Hellmann hatte dabei eine Loslösung der Bundesliga vom DFB nicht ausgeschlossen.    

Frankfurts Vorstandssprecher forderte zudem: «Wir müssen sehr schnell zu einer 16er-Liga kommen und bei der Professionalisierung mehr tun.» Derzeit spielen nur zwölf Teams im Oberhaus. Blask verweist auf den Austausch mit den Clubs: «Ziel ist es, mit möglichst breitem Konsens den Wachstums- und Professionalisierungsplan auf den Weg zu bringen. Auch die Aufstockung der Liga ist im DFB-Plan mittelfristig enthalten.»   

DFB-Geschäftsführer Blask ist gegen die von Hellmann geforderte schnelle Erweiterung der Bundesliga. «Wenn wir Stand heute mit 16 Mannschaften spielen lassen, würde sich morgen nicht die Qualität erhöhen», hatte Blask am Mittwoch beim Sportbusinesskongress Spobis in Hamburg gesagt. Zudem würde den Clubs der Liga bei einer Aufstockung wegen der aktuell laufenden Medienpartnerschaften zunächst ein Drittel weniger Geld aus der TV-Vermarktung zur Verfügung stehen, weil die ausgehandelten Summen auf mehr Vereine verteilt werden müssten.