Bühne

Bad Hersfelder Festspiele eröffnet

Mit der Besetzung des «König Lear» stellen die Bad Hersfelder Festspiele unter Beweis, dass auch jahrhundertealter Theaterstoff durchaus einen Bezug zu heute haben kann.

Bad Hersfelder Festspiele eröffnet

Die Fragen nach Macht, dem Verhältnis zwischen Männern und Frauen und der Rolle der Kunst dabei haben die Reden bei der Eröffnungsfeier der Bad Hersfelder Festspiele am Freitag bestimmt. Die Inszenierung des Shakespeare-Dramas «König Lear» von Tina Lanik, das später am Abend aufgeführt werden sollte, war mit besonderer Spannung erwartet worden, weil die Regisseurin die Rolle des Königs, der als Paradebeispiel eines Patriarchen gilt, mit einer Frau besetzt hat: der Schauspielerin Charlotte Schwab. «Ich finde das eine sehr spannende Idee», sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bei dem Festakt in der Stiftsruine. «Denn sie weitet unseren Blick auf das Thema Frauen und Macht.»

Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft müssten häufiger als Männer unter Beweis stellen, dass sie keine Angst vor Macht hätten und bereit seien, harte Entscheidungen zu treffen, sagte Faeser weiter. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hob die Aufgabe der Kultur hervor, aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen sichtbar zu machen. Festspiel-Intendant Joern Hinkel sagte mit Blick auf «König Lear», in dem Stück gehe es um ein «schwieriges und wundervolles Thema: Familie».

Schon einen Tag nach der Eröffnung steht bei den Festspielen die nächste Premiere an: Am Samstag (21.00 Uhr) wird das Musical «Jesus Christ Superstar» aufgeführt. Außerdem werden bei den Festspielen in diesem Sommer (bis 27. August) unter anderem «Der Club der toten Dichter», «Die Rache der Fledermaus» und «Das kleine Gespenst» gezeigt.