In Magdeburg hat sich die AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland (GD) zu einem Bundeskongress versammelt. Bei dem Treffen im «Alten Theater» am Messegelände will die GD ihre Position zur Europapolitik bestimmen und sich dabei auch vom Kurs der Mutterpartei abgrenzen. Erwartet wird auch der Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund.
Nach Angaben eines Sprechers sind 480 Teilnehmer, Gäste und Journalisten eingeladen. Die Polizei sprach von 300 Teilnehmern der GD.
GD-Chef Jean-Pascal Hohm hatte sich vor dem Kongress vom strikten Anti-Euro-Kurs der AfD, den auch Parteichefin Alice Weidel bisher öffentlich vertritt, distanziert. «Wir wollen keinen deutschen Euro-Austritt, sondern die bestehenden Konstruktionsmängel des Euro-Systems beheben», sagte er «Bild». Auch einen Austritt Deutschlands aus dem Schengen-Raum lehnt die Jugendorganisation ab.
Pflöcke einschlagen
Kurz vor Beginn des Treffens sagte Hohm der Deutschen Presse-Agentur, es gehe auch darum, im laufenden Programmprozess der AfD Pflöcke einzuschlagen. Im kommenden Jahr will die AfD nach mehr als zehn Jahren ein neues Grundsatzprogramm verabschieden. Hohm sprach vom Lebensgefühl junger Menschen, die es gewohnt seien, an Grenzen keinen Pass mehr vorzeigen oder keine Währung mehr umrechnen zu müssen.
Die AfD war 2013 als eurokritische Partei gegründet worden. Im Bundestagswahlprogramm für 2025 hatte sie bekräftigt, «Deutschland muss aus dem Euro-System austreten».
Die GD trifft sich in Magdeburg zu ihrem zweiten Bundeskongress. Die eng an die Mutterpartei angebundene Organisation war im vergangenen Jahr in Gießen neu gegründet worden, nachdem die frühere AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) aufgelöst worden war. Die JA war ein weitgehend eigenständiger Verein, auf den die AfD nur begrenzt Zugriff hatte.
Zunächst nur wenige Gegendemonstranten
Gegendemonstrationen hielten sich bis vor Beginn der Veranstaltung in Grenzen. Ein Sprecher des Polizeireviers Magdeburg sagte, bei Veranstaltungen gegen den Bundeskongress, gegen die AfD und gegen Rassismus direkt vor dem Tagungsort sowie andernorts in Magdeburg seien bis zum frühen Vormittag rund 250 Personen gezählt worden. Die Polizei gehe von steigenden Zahlen aus.
In der Nähe des Theaters versammelten sich zunächst wenige Menschen rund um den mit starken Lautsprechern ausgerüsteten Bus «Adenauer SRP+» der Gruppe «Zentrum für Politische Schönheit». Damit hatte die Organisation vor einem Jahr das ARD-«Sommerinterview» mit Weidel in Berlin vom anderen Spreeufer aus so beschallt, dass kaum noch etwas zu verstehen war. Nach Angaben eines Polizisten vor Ort wurde für den Bus dieses Mal eine Maximallautstärke verfügt.
